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Die drei wichtigsten Personen, die sich in der Mitte des
Bildes befinden, sind der kleine Junge, der sich aufrichtende Mann und
natürlich die barbusige Frau. Diese ist eine Personifikation der Freiheit,
die erfolgreich über die Barrikade schreitet. In der einen Hand hält
sie die französische Fahne, das Symbol für Frankreich, in der anderen
ein Gewehr, das Symbol für den Kampf. Sie ist umgeben von einer Aura bzw.
Gloriole, die der im Hintergrund befindliche Rauch bildet. Diese
Göttlichkeit wird noch durch ihren befreiten Oberkörper und ihre
Barfüßigkeit unterstrichen.
Der kleine Junge ist eine weitere Personifikation. Er steht
für die nächste Generation, die Jugend. Ihm kommt eine besondere Rolle
zu, da er abseits des Geschehens positioniert ist. Die Diagonalen seiner Arme
und der Arme der Freiheit verbindet diese beiden Personen. Dies wird einmal
durch die sich abwechselnde Folge von Hintergrund und Arme bzw. Oberkörper
unterstützt (Kaskade), aber auch durch die ähnliche
Körperhaltung, die die Personifizierung der Jugend als Schatten der
Freiheit erscheinen läßt. Einerseits steht er hinter der Allegorie
der Freiheit, andererseits hat er seinen Fuß etwa einen Schritt vor den
ihren gestellt. Damit könnte Delacroix aussagen, daß die nächste
Generation den Idealen der Revolution - insbesondere der Freiheit - folgen,
aber sich auch weiterentwickeln soll.
Auch die dritte Person, der sich aufrichtende Mann, stellt
eine Allegorie dar. Er ist das personifizierte Volk, da seine Kleidung die drei
Farben Frankreichs trägt.
Durch seinen verlangenden und bittenden Blick auf die
Freiheit wird deutlich, daß das Volk sich trotz aller Anstrengungen und
Mühen nach Freiheit sehnt.
Alle drei Personen verbindet sowohl eine kräftige
Farbgebung (blau, weiß, rot) des Künstlers, die auf dem übrigen
Bild fehlt, als auch ein optisches Dreieck.
Jedoch ist keine von ihnen real. Dies wird durch die
Kuriosität der drei Figuren und die fehlende Beachtung durch die anderen
Bürger deutlich: das Volk steht scheinbar von den Toten auf, die Freiheit
ist als Frau in den Kampf verwickelt und die Jugend scheint diesen nicht ernst
zu nehmen.
Eine vierte wichtige Person, die das Verhältnis des
Künstlers zur Revolution verdeutlicht, ist der vornehme Bürger mit dem
Zylinder: Es ist ein Selbstbildnis von Eugène Delacroix. Er
unterstützte scheinbar die Ideen der Revolution und kämpfte in
vorderster Reihe für diese.
Die Julirevolution von 1830 richtete sich gegen die Politik
König Karls X., der 6 Jahre zuvor den Thron bestiegen hatte. Dem Adel und
dem Klerus wurden in dieser Zeit Privilegien wie die Entschädigung für
ihren in der Französischen Revolution beschlagnahmten Besitz
eingeräumt. Außerdem ergriff Karl Maßnahmen gegen die
Pressefreiheit und ignorierte am 26. Juli das Ergebnis der Wahlen, das sich
gegen ihn richtete. Darauf wurde zunächst das Pariser Rathaus von
Aufständischen besetzt, 3 Tage später dann die gesamte Stadt. Diese
Revolution führte schließlich zur Abdankung des Königs und zu
seiner Flucht nach England. Neuer König wurde Louis
Philippe.
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